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Unser Blick auf die didacta 2026
In diesem Jahr fand die didacta wieder in der Kölner Messe statt. Welche Trends und Innovationen erwarteten die Besucher:innen in den drei Messehallen? Schauen Sie doch mal in unsere Bildergalerie.

Vom 10.3. bis zum 14.3. öffnet die Bildungsmesse didacta in Köln ihre Pforten. In vier Hallen präsentiert sie Lerninhalte und -werkzeuge für die frühkindliche Entwicklung bis zum Lifelong Learning.

Vorbei sind die Zeiten, wo in erster Linie „analoge“ Lerntools angeboten wurden. Viele Aussteller fokussieren auch auf das Lernen mit digitalen Medien. Welche davon sind besonders innovativ?

Das Start-up Sokra (www.sokra.io) aus Berlin präsentiert am Gemeinschaftsstand von EDUvation eine adaptive Lernplattform (im Bild die Co-Founder Maxim Schmitt und Fabian Vogt).

Die Plattform zeigt anhand des Durcharbeitens von Lernlektionen für den Schulunterricht den Lehrenden KI-gestützt eine Übersicht über die Lernstände der Schülerinnen und Schüler. So wissen Lehrkräfte sofort, wo einzelne Lernende Unterstützung benötigen.

Das Unternehmen Hait aus Hagen bietet mit „think up“ eine umfangreiche KI-Lösung für die Prüfungsvorbereitung in der Berufsausbildung. Ursprünglich hat das IT-Security-Unternehmen die Plattform für die eigenen Auszubildenden konzipiert. Doch das Projekt weitete sich aus und hat jetzt Marktreife für 450 Ausbildungsberufe (im Bild Stefan Petersmann).

Neben zahlreichen Übungstools wie dem Dialog mit dem Chatbot, Podcasts oder Quiz-Duelle verfügt „think up“ auch über eine Funktion zur Aufgabenerstellung für Ausbildende, in dem man die Bloom-Parameter auf Schiebereglern einstellen kann.

Das bei KI-Exam, einem Förderprojekt des mmb Instituts, entstandene Assistenztool für die Korrektur offener Fragen in der Berufsausbildung ist inzwischen lauffähig. Unser Partner Paul Christiani GmbH hat es in sein Bildungsmanagementsystem „C-Examination“ eingebunden.

Hier stellt Lars Münzer vom KI-Exam-Partner Dr.-Ing. Paul Christiani GmbH & Co. KG die Software vor. Im Abgleich mit einer Musterlösung erhalten Mitglieder von Prüfungsausschüssen eine Clusterung der Prüfkandidaten, je nachdem, wie korrekt sie die ungebundene Aufgabe gelöst haben.

Neben Künstlicher Intelligenz ist Robotik ein weiteres zentrales Thema der Messe. Allerdings sind Roboter eher Unterrichtsgegenstand und seltener „Unterrichtshelfer“. Der Zugang zu diesem Thema ist oft sehr spielerisch. Deshalb ist die Messe auch Austragungsort der diesjährigen „RoboCup German Open“, in der Roboter in verschiedenen Disziplinen gegeneinander antreten.

Ein weiteres viel diskutiertes Thema: Jugendliche und Social Media. Hier sprechen Romance Bassingha (Jugendreporterin), Lilli Berthold (Bundesschülerkonferenz) und Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing mit Moderator Timm Lutter (Initiative D21) über Altersbeschränkungen und die Regulierung der Anbieter von Sozialen Medien. Eine Erkenntnis: Die bestehenden Angebote zum Thema Medienkompetenz werden schlecht in Alltag und Schule eingebunden.

Die Antwort auf Störungen durch die Handynutzung im Klassenraum bietet das Startup smartphonefrei aus Meckenheim. Hier verschließen Schüler:innen ihre Geräte in einer für Mobilfunksignale abgeschirmten Tasche. Mittels Magnet-Entsperrer können Lehrkräfte zum Ende des Unterrichts die Taschen wieder öffnen. Die Kosten für die Taschen übernehmen die Eltern, die Entsperrer werden vom Schulträger finanziert.

Zu guter Letzt noch ein Tool für die Schulverwaltung, das (noch) ohne KI Schulträgern, Schulleitungen und Lehrenden einen Überblick über das Schulinventar gibt, also z. B. über Notebooks, Physikversuchsgeräte oder Musikinstrumente. Mit inventorio aus der iServ-Familie lassen sich einzelne Tools buchen und bei Beschädigung auch beim Support melden. Schulverantwortliche behalten so einen Überblick über ihre vorhandenen Geräte.
Stellenmarktanalyse für den DEKRA Arbeitsmarkt-Report
Bereits seit 2008 untersucht das mmb Institut die Entwicklungen im Stellenanzeigenmarkt für einzelne Berufs- und Tätigkeitsfelder im Rahmen des DEKRA Arbeitsmarkt-Reports der DEKRA Akademie. Der jährlich erscheinende Report zeigt, welche Fachkräfte am häufigsten gesucht werden und wie sich der Bedarf gegenüber den Vorjahren verändert. Dazu werden für jede Ausgabe insgesamt etwa 10.000 Stellenangebote ausgewertet. Zudem stehen in jedem Jahr die Anforderungsprofile in Stellenausschreibungen für verschiedene Berufe oder Berufsfelder im Fokus vertiefender Analysen.
Auftraggeber: DEKRA Akademie GmbH
Laufzeit: 02/jährlich – 05/jährlich (seit 2008)
30 Jahre mmb Institut – Innovation aus Tradition
Was 1996 als Pionierprojekt in der Bildungsforschung begann, feiert in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen. Seit drei Jahrzehnten begleitet das mmb Institut den Wandel des Lernens in allen Bildungssektoren und hat sich als feste Größe an der Schnittstelle von Digitalisierung, Wirtschaft und Bildung etabliert. Wir blicken auch mit ein bisschen Stolz auf hunderte Studien, zukunftsweisende Beratungsprojekte und unseren Beitrag zur Entwicklung des digitalen Bildungsmarktes zurück, den wir von den ersten E-Learning-Gehversuchen bis zu den disruptiven Entwicklungen durch Künstliche Intelligenz analysiert haben.
Von Lernorten zu KI-gestützten Lernräumen
So lautet der Titel eines ungewöhnlichen Fachbuchs von Wolfgang Reichelt, der seit mehr als 40 Jahren im berufspädagogischen Umfeld unterwegs ist und zu den Pionieren des digitalen Lernens in Deutschland gezählt werden kann. Ungewöhnlich ist das Buch vor allem deshalb, weil es die Historie des E-Learnings systematisch mit Geschichten verbindet und mit persönlichen Erfahrungen anreichert.
Unser Blick auf die LEARNTEC 2025
It was LEARNTEC time again – diesmal schon Anfang Mai. Am traditionell besucherstarken Mittwoch ist der Andrang um kurz nach neun groß. Was sonst noch so los war in Karlsruhe, haben wir aus unserem Blickwinkel in einer kurzen kommentierten Fotostrecke zusammengestellt. Schauen Sie doch mal in unsere Bildergalerie.
KI-Chatbot für „mmb Learning Delphi“ verfügbar
KI in der Bildung ist nicht nur eines der zentralen Themen in der aktuellen Ausgabe unserer Expert:innenbefragung „mmb Learning Delphi“ – jetzt gibt ein KI-Tool auch direkt Auskunft über die Ergebnisse der Studie. Durch gezielt gestellte Fragen an den Chatbot fasst dieser die gewünschten Inhalte zusammen. Zur Verfügung gestellt wird dieser Service auf der Plattform fobizz, die mit ihrem Chatbot auch viele andere Inhalte für die Bildung vermitteln kann.
Unser Blick auf die didacta 2024
In diesem Jahr fand die didacta wieder in der Kölner Messe statt. Welche Trends und Innovationen erwarteten die Besucher:innen in den drei Messehallen? Schauen Sie doch mal in unsere Bildergalerie.

Wir interessierten uns hier vor allem für die Angebote von EdTech-Startups und die Integration von Künstlicher Intelligenz in die Software.

Innovativ ist sicherlich die Idee der „Schule als Maker Space“. Schüler:innen machen im Technik- und Kunstunterricht nicht mehr das, was der Lehrplan vorgibt, sondern verfolgen ihre ganz persönlichen Projekte. Hierzu bietet die Dr.-Ing. Paul Christiani GmbH Konzepte und Ausstattung, z. B. ein per App zu kontrollierendes Gewächshaus.

Auffällig sind in diesem Jahr die vielen EdTech-Start-ups, u.a. auf der Fläche des Start-up-Unterstützers „EDUvation“. Eines von ihnen ist die Firma „eddilake“, die Inhalte für den Schulunterricht zur Vermittlung von Medien- und KI-Kompetenz anbietet und hierzu auch Übungen mit KI-Tools integriert. Hier im Bild Mitbegründer Felix Duffner.

Das Unternehmen „eKidz“ fördert die Lesekompetenz von Kindern, indem es laut vorgelesene Texte KI-gestützt kontrolliert. Die Software wird von der Hochschule Flensburg entwickelt. Verantwortlich für dieses BMBF-Förderprojekt sind CEO Felix Haffner und Prof. Dr. Peter John von der Hochschule Flensburg.

Ein weiteres zentrales Thema ist die Vorbereitung auf und Abnahme von Prüfungen mit digitaler Unterstützung. Hier diskutieren Jürgen Böhm (Ministerium für Bildung des Landes Sachsen-Anhalt), Prof. Dr. Viola Deutscher (Universität Mannheim), Oliver Heckemann (Dr.-Ing. Paul Christiani GmbH & Co. KG) und Pankraz Männlein (Bundesverband der Lehrkräfte für Berufsbildung e.V.). Die Kritik, dass hier Föderalismus und vorgeschobene Datenschutzgründe wichtige Fortschritte verhindern, kam auch von offizieller Seite.

Die Start-ups zeigen, wie es geht: Die Firma Titanom ermöglicht es Lehrkräften, mit KI-Unterstützung aus Lehrwerken Prüfungsaufgaben zu formulieren und weist Schüler:innen darauf hin, wenn sie im Englischen das falsche Tempus verwenden. Hier im Bild Mitarbeiter Luka Vuksanovic.

In Deutschland haben es EdTech-Start-ups immer noch schwer, im Schulsektor Kontakt zu potenziellen Kunden zu finden. Das Portal „Eduplaces“ kann hier in Zukunft Abhilfe schaffen – es bündelt die innovativen Angebote auf einer Plattform. Noch steht diese nur Nutzer:innen der Schulplattform „IServ“ zur Verfügung, könnte den Service aber bald ausdehnen.

Zur weiteren Professionalisierung der EdTech-Szene kann auch ein neuer Studiengang beitragen. Prof. Dr. Tim Brüggemann und Tobias Himmerich (EDUvation) stellen den „MBA in EdTech-Management“ der Fachhochschule des Mittelstands vor.

Das Unternehmen „fiete.ai“ wurde von einer Fachjury und dem didacta-Publikum mit dem Start-up-Award 2024 gekürt. Hier nimmt Co-Founder Hendrik Haverkamp den Preis für eine Anwendung entgegen, die Lehrende bei der Aufgabenerstellung unterstützt und Schüler:innen KI-gestützt ein individuelles Feedback liefert.

Etwas Entspannung und einen schönen Kontrast zu den technikbasierten Anwendungen bietet ein Blick in die Halle der frühkindlichen Bildung. Hier präsentiert Jochen Heil seine Handpuppen der Firma Folkmanis. Deren Einsatz könnte sicherlich auch manche Veranstaltung in der Erwachsenenbildung bereichern.

Fazit: Nachdem früher das Lernen mit digitalen Medien in speziellen Aussteller-Arealen gettoisiert wurde, integriert die didacta inzwischen vorbildlich analoges und digitales Lernen in allen Hallen für alle Bildungssektoren. Auch EdTech-Start-ups erhalten viel Raum zur Präsentation. Noch sind nicht alle Hallen vollständig gefüllt – „Room to grow“ für die kommenden Jahre.
Rückblick auf das Jahr 2022: Das mmb-Team diskutiert Trends, Highlights und Erfahrungen
Wie schon in früheren Jahren blicken wir auch 2022 zurück auf die Erkenntnisse und Erfahrungen zum Lernen mit digitalen Medien, die uns in der Arbeit in unseren Projekten wichtig erscheinen. Die drei Themen, die sich in diesem Jahr herauskristallisiert haben, werden im mmb-Team durchaus kontrovers eingeschätzt. Deshalb haben wir für diesen Blogbeitrag zu unseren Thesen jeweils einen Pro- und einen Contra-Beitrag verfasst.
Charta für digitale Bildungsinnovationen – mmb gehört zu den ersten Unterzeichnenden
Die Charta für digitale Bildungsinnovationen ist im Rahmen eines mehrmonatigen partizipativen Prozesses gemeinsam mit zahlreichen erfahrenen Personen aus dem Bildungsbereich aus Hochschulen, internationalen EdTech-Allianzen und EdTech-Unternehmen entstanden. Die Charta fokussiert zunächst Hochschulen, viele Themen lassen sich aber auch auf den schulischen und andere Bildungsbereiche übertragen. mmb gehört mit zu den ersten Institutionen, die diese neue Charta nun unterzeichnet haben.
Lernplattformen miteinander verbinden – ein Workshop auf der Zukunft Personal Europe
Warum kann man die eigenen Lernangebote nicht einfach auf einer anderen (Meta-)Plattform anbieten? Warum kann ich die Zertifikate einer neuen Mitarbeiterin nicht gleich in das Personal-Management-System einlesen? Warum muss ich bei jedem adaptiven Lernangebot einen neuen Fragebogen ausfüllen? Viele Systeme des Lernens mit digitalen Medien sind „Insel-Lösungen“ und damit nicht untereinander kompatibel. Was bei Banken, im Buchhandel oder bei digitalen Visitenkarten selbstverständlich ist, funktioniert in der Bildung noch lange nicht.









