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	<title>Hintergrund | mmb Institut GmbH</title>
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	<description>Denkwerkstatt und Impulsgeber für die Innovation von Bildung und Lernen</description>
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	<title>Hintergrund | mmb Institut GmbH</title>
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	<item>
		<title>Die künftigen Top-Standorte für EdTech-Unternehmen</title>
		<link>https://www.mmb-institut.de/ki-edtech/die-kuenftigen-top-standorte-fuer-edtech-unternehmen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[mmb Institut]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 May 2023 06:33:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[KI & EdTech]]></category>
		<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
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					<description><![CDATA[Anfang März 2023 haben wir unsere aktuelle Ausgabe des „mmb Learning Delphi“ mit Einschätzungen zur Zukunft des digitalen Lernens in Deutschland veröffentlicht. 95 Expertinnen und Experten wurden hierfür befragt. Doch die Antworten auf eine Frage aus dieser Studie haben wir uns noch aufgespart: „Welche drei Standorte in Deutschland werden Ihrer Einschätzung nach in den nächsten [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Anfang März 2023 haben wir unsere aktuelle Ausgabe des „mmb Learning Delphi“ mit Einschätzungen zur Zukunft des digitalen Lernens in Deutschland veröffentlicht. 95 Expertinnen und Experten wurden hierfür befragt. Doch die Antworten auf eine Frage aus dieser Studie haben wir uns noch aufgespart: „Welche drei Standorte in Deutschland werden Ihrer Einschätzung nach in den nächsten drei Jahren eine große Bedeutung als EdTech-Standort haben?“</p>
<p>Diese Frage war bewusst ein wenig augenzwinkernd gestellt, denn hierfür gibt es keine greifbaren Kriterien. Die Antwort ist eher eine Bauchentscheidung, evtl. auch geprägt von Lokalpatriotismus oder durch EdTech-Unternehmen, die man in einer bestimmten Stadt kennt. Deshalb hat die Auswertung der Frage auch nicht den Status eines offiziellen Rankings, sondern gibt eher ein Stimmungsbild wieder.</p>
<p><span id="more-15244"></span></p>
<p>Was können wir unter einem „EdTech-Standort“ verstehen? Nach einer Definition basierend auf van der Graaf et al. (2021) und Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V. (2021) beschreibt Education Technology (EdTech) die Verwendung unterschiedlicher digitaler Tools in Lernkontexten. Das kann von Spiele-Apps über Lernplattformen bis hin zu Robotik reichen. Gleichzeitig kann mit dem Begriff auch das Unternehmen gemeint sein, das entsprechende Tools anbietet. Man verbindet mit EdTech auch die Idee besonders innovativer Unternehmen, zu denen oft Start-ups gehören. Ein besonderer EdTech-Standort ist danach eine Stadt oder eine Region, in der viele EdTech-Unternehmen ihren Firmensitz haben.</p>
<p>Welche Städte gelten nun hiernach in den kommenden drei Jahren als besonders wichtig bei der Ansiedlung von EdTech-Unternehmen? Die Antwort ist nicht sonderlich überraschend – es sind Berlin mit 57 Nennungen und München mit 42 Nennungen (siehe Abbildung 1). Auf der einen Seite steht damit die „hippe“ Hauptstadt mit einer kreativen Szene und einer internationalen Orientierung, auf der anderen Seite die bayerische Landeshauptstadt mit vielen großen Unternehmen als potenzielle Kunden im direkten Umfeld.</p>
<p>Erst mit größerem Abstand folgen die beiden anderen deutschen Millionenstädte Köln (18) und Hamburg (17). Ebenfalls zweistellig ist auch Frankfurt am Main mit 11 Nennungen. Demnach sind die EdTech-Zentren klar an die Metropolen gekoppelt. Ein künftiges deutsches „Digital Learning Valley“ auf der grünen Wiese ist sicherlich nicht zu erwarten.</p>
<div id="attachment_14519" style="width: 822px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-14519" class="wp-image-14519 size-full" src="https://www.mmb-institut.de/wp-content/uploads/Abb_Karte_EdTech-Standorte_in_Deutschland.jpg" alt="" width="812" height="1024" srcset="https://www.mmb-institut.de/wp-content/uploads/Abb_Karte_EdTech-Standorte_in_Deutschland.jpg 812w, https://www.mmb-institut.de/wp-content/uploads/Abb_Karte_EdTech-Standorte_in_Deutschland-480x605.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 812px, 100vw" /><p id="caption-attachment-14519" class="wp-caption-text">Abbildung 1: Verteilung der Nennungen für künftig wichtige EdTech-Standorte, Expert:innen-Voting im „mmb Learning Delphi“ 2022/2023, n=72</p></div>
<p>Einige Befragte haben bewusst keine Städte sondern Regionen genannt, z. B. das Ruhrgebiet (5 mal) oder auch ganze Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen (4 mal). Bei EdTech-Standorten sollte man also auch die Fläche betrachten. Insgesamt entfallen auf NRW 44 Nennungen (Städte plus Regionen). Hier fällt außerdem der Norden von Baden-Württemberg mit den Standorten Stuttgart, Heilbronn und Heidelberg auf (10 Nennungen), aber auch Sachsen mit insgesamt fünf Votings für Leipzig, Dresden und Chemnitz.</p>
<p>Interessant ist ein Blick auf kleine und mittelgroße Städte, die man nicht sofort mit einem prominenten E-Learning-Standort assoziiert, zum Beispiel Heilbronn (5) und Bielefeld (3). Im Falle von Heilbronn kann dies mit der <a href="https://www.hs-heilbronn.de/de" target="_blank" rel="noopener">Hochschule Heilbronn</a> zusammenhängen, die häufig Gastgeber von Veranstaltungen mit EdTech-Bezug ist und auch verschiedene E-Learning-Förderprojekte durchführt. Bielefeld ist seit sieben Jahren Sitz der <a href="https://foundersfoundation.de/" target="_blank" rel="noopener">Founders Foundation</a>, die junge Unternehmen in verschiedenen Phasen der Gründung begleitet. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hierbei auf EdTech-Unternehmen.</p>
<div id="attachment_14518" style="width: 990px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-14518" class="wp-image-14518 size-full" src="https://www.mmb-institut.de/wp-content/uploads/Abb_Karte_EdTech-Standorte_in_Deutschland_Vergleich.jpg" alt="" width="980" height="618" srcset="https://www.mmb-institut.de/wp-content/uploads/Abb_Karte_EdTech-Standorte_in_Deutschland_Vergleich.jpg 980w, https://www.mmb-institut.de/wp-content/uploads/Abb_Karte_EdTech-Standorte_in_Deutschland_Vergleich-480x303.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 980px, 100vw" /><p id="caption-attachment-14518" class="wp-caption-text">Abbildung 2: Links die Zahlen der EdTech-Unternehmen nach Dealroom (n=662), rechts Nennungen der mmb Learning Delphi Expert:innen (n=72)</p></div>
<p>Dass die Expertinnen und Experten des mmb Learning Delphi mit ihrem „Bauchgefühl“ gar nicht so schlecht liegen, zeigt eine Übersicht von Daten des Informationsbrokers <a href="https://dealroom.co/" target="_blank" rel="noopener">Dealroom</a>. Die Karte (Abbildung 2) weist für einzelne Standorte der Zahl der EdTech-Unternehmen in Deutschland aus. Die Verteilung ist der des mmb Learning Delphi-Votings sehr ähnlich. Auch hier liegen Berlin (243, mit weitem Abstand) und München (80) vorne, gefolgt von Hamburg (47) und Köln (27). Weitere Parallelen: Die Regionen im Norden von Baden-Württemberg sowie Nordrhein-Westfalen mit mehreren Standorten bilden jeweils ein Cluster.</p>
<p>Spannend ist es auf jeden Fall, die weitere Entwicklung dieser Standorte und Regionen auch in Zukunft zu verfolgen. Offen bleibt allerdings die Frage, welche Rahmenbedingungen die Ansiedlung von EdTech-Unternehmen in einer Stadt oder Region fördern. Ist es die Nähe zu großen Unternehmen oder die Förderung innovativer Ideen an Hochschulen? Ist es eine quirlige kulturelle Szene mit hohem kreativen Potenzial oder einfach die Ruhe fernab vom großstädtischen Getümmel? Hierzu führt das mmb Institut zur Zeit im Auftrag der Founders Foundation (siehe oben) eine Studie auf europäischer Ebene durch. Junge Unternehmensgründer:innen aus verschiedenen europäischen Regionen werden dort Auskunft über die Beweggründe geben, ihr Unternehmen an einem bestimmten Ort anzusiedeln. Die Studie wird voraussichtlich im Sommer 2023 erscheinen.</p>
<p><em>Von: Dr. Lutz Goertz (Abbildungen von Michael Georgi) </em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Einsatz von KI ist auch für deutsche E-Learning-Anbieter zunehmend von Bedeutung</title>
		<link>https://www.mmb-institut.de/ki-edtech/einsatz-von-ki-ist-auch-fuer-deutsche-e-learning-anbieter-zunehmend-von-bedeutung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[mmb Institut]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Feb 2023 07:43:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[KI & EdTech]]></category>
		<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
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					<description><![CDATA[Für den mmb-Branchenmonitor &#8222;E-Learning-Wirtschaft&#8220; haben wir die deutschen E-Learning-Anbieter auch nach dem Einsatz von KI-Anwendungen gefragt: Welche KI-Elemente kommen im Zusammenhang mit E-Learning-Dienstleistungen und -Tools heute bereits zum Einsatz – und welche sind für die Zukunft geplant? Die Antworten lassen auf einen überraschend großen Stellenwert der Künstlichen Intelligenz für das digitale Lernen in Deutschland schließen: [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Für den mmb-Branchenmonitor &#8222;E-Learning-Wirtschaft&#8220; haben wir die deutschen E-Learning-Anbieter auch nach dem Einsatz von KI-Anwendungen gefragt: Welche KI-Elemente kommen im Zusammenhang mit E-Learning-Dienstleistungen und -Tools heute bereits zum Einsatz – und welche sind für die Zukunft geplant?</p>
<p>Die Antworten lassen auf einen überraschend großen Stellenwert der Künstlichen Intelligenz für das digitale Lernen in Deutschland schließen: Mehr als ein Viertel (28%) der 36 antwortenden Anbieter, darunter mehrere große Firmen mit einem jährlichen E-Learning-Umsatz von über 10 Mio. Euro, setzt nach eigenen Angaben bereits KI-Elemente ein. Kurzfristig geplant („ab jetzt“ bzw. „in naher Zukunft“) ist dies von weiteren 45 Prozent. Lediglich 6 Prozent der Anbieter geben an, KI-Anwendungen auch künftig weder einzusetzen noch zu planen. KI-Methoden sind also in naher Zukunft aus keinem E-Learning-Portfolio mehr wegzudenken, wenn man den Angaben der befragten Dienstleister Glauben schenkt.</p>
<p><span id="more-15252"></span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-14205 size-full" src="https://www.mmb-institut.de/wp-content/uploads/Abb_Einsatz-von-KI-im-E-Learning.jpg" alt="" width="500" height="352" srcset="https://www.mmb-institut.de/wp-content/uploads/Abb_Einsatz-von-KI-im-E-Learning.jpg 500w, https://www.mmb-institut.de/wp-content/uploads/Abb_Einsatz-von-KI-im-E-Learning-480x338.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 500px, 100vw" /></p>
<p>Wir wollten es genauer wissen und haben gefragt, welche Funktionalitäten durch KI-Elemente unterstützt werden. Nach Angaben der teilnehmenden Firmen ist das Spektrum der eingesetzten oder konkret geplante KI-Anwendungen recht breit. Am häufigsten genannt werden KI-Methoden für das adaptive Lernen bzw. zur Bereitstellung personalisierter Lernangebote. 23 der 36 Anbieter, die diese Frage beantwortet haben, geben an, diese Anwendung bereits anzubieten (33%) bzw. konkret zu planen (31%).</p>
<p>Auf Platz 2 der KI-Methoden rangieren Learning Analytics bzw. Big Data-Anwendungen, die bei 17 Prozent der Firmen bereits im Angebot sind, bei weiteren 33 Prozent konkret geplant. Fast identisch sind die Angaben für die drittplatzierte KI-Anwendung: Lern-Assistenten bzw. Chat-Bots werden von 17 Prozent der E-Learning-Dienstleister bereits angeboten, weitere 26 Prozent planen sie konkret.</p>
<p>Ebenfalls stark vertreten sind KI-Methoden zur Auswertung von Tests und Prüfungen. Nach Angaben der Befragten befinden sie sich in 14 Prozent der Unternehmen bereits im Einsatz, weitere 39 Prozent der E-Learning-Anbieter (Höchstwert) geben an, dies konkret zu planen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-14210 size-full" src="https://www.mmb-institut.de/wp-content/uploads/Abb_KI-Funktionalitaeten-beim-E-Learning.jpg" alt="" width="500" height="365" srcset="https://www.mmb-institut.de/wp-content/uploads/Abb_KI-Funktionalitaeten-beim-E-Learning.jpg 500w, https://www.mmb-institut.de/wp-content/uploads/Abb_KI-Funktionalitaeten-beim-E-Learning-480x350.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 500px, 100vw" /></p>
<p>Weniger häufig eingesetzt oder geplant werden sprachbasierte Eingabesysteme, KI-basierte Übersetzungen und „Kompetenzbasierte Team-Zusammenstellung („Match-Maker“). Angesichts des derzeit durchschlagenden Erfolgs von ChatGPT könnten sich die Perspektiven für sprach- und insbesondere textbasierte KI-Systeme allerdings vielleicht viel schneller ändern als noch vor kurzem angenommen. Manchmal braucht es ja einen öffentlichkeitswirksamen Trigger, damit der Weg für &#8222;radikalere&#8220; Innovationen frei wird.</p>
<p><em>Von: Dr. Lutz P. Michel<br />
</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nationale Bildungsplattform: Basis-Infrastruktur nimmt Formen an</title>
		<link>https://www.mmb-institut.de/meldungen/nationale-bildungsplattform-basis-infrastruktur-nimmt-formen-an/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[mmb Institut]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Aug 2022 12:20:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
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					<description><![CDATA[Für die Gestaltung des Digitalen Bildungsraums fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) den Aufbau einer Nationalen Bildungsplattform (NBP). Es handelt sich dabei um eine Vernetzungsinfrastruktur auf Basis von gemeinsamen Standards und Formaten. Es soll keine neue Lernumgebung geschaffen werden, sondern eine Plattform, die als groß angelegtes Standardisierungs- und Infrastrukturprojekt den individuellen Zugang zu [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Für die Gestaltung des Digitalen Bildungsraums fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) den Aufbau einer <a href="https://bildungsraum.de/display/DBR/Nationale+Bildungsplattform" target="_blank" rel="noopener">Nationalen Bildungsplattform</a> (NBP). Es handelt sich dabei um eine Vernetzungsinfrastruktur auf Basis von gemeinsamen Standards und Formaten. Es soll keine neue Lernumgebung geschaffen werden, sondern eine Plattform, die als groß angelegtes Standardisierungs- und Infrastrukturprojekt den individuellen Zugang zu den bereits existierenden Angeboten und Plattformen ermöglicht. Inzwischen wurden die technischen <a href="https://bildungsraum.de/display/TG?preview=/18357001/23324176/NBP-Technischer-Rahmen_V21.pdf" target="_blank" rel="noopener">Rahmenbedingungen für die Umsetzung</a> der Nationalen Bildungsplattform unter Beteiligung des mmb Instituts (Dr. Lutz Goertz) erarbeitet.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sherpa-Gruppe bereitet den Weg ins Metaversum</title>
		<link>https://www.mmb-institut.de/meldungen/sherpa-gruppe-bereitet-den-weg-ins-metaversum/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[mmb Institut]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Feb 2022 07:30:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit den verschiedenen Angeboten für ein Virtual-Reality-gestütztes „Metaversum“ taucht eine immersive Technologie am Horizont auf, die dreidimensionale computergenerierte Räume miteinander zu einer eigenen künstlichen Welt verbindet. Dies könnte auch für Bildungszwecke interessant werden. Um die Potenziale und Risiken von Metaversen und auch speziell dem „Metaverse“ aus dem Hause „Meta/Facebook“ auszuloten, hat das Virtual Dimension Center [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit den verschiedenen Angeboten für ein Virtual-Reality-gestütztes „Metaversum“ taucht eine immersive Technologie am Horizont auf, die dreidimensionale computergenerierte Räume miteinander zu einer eigenen künstlichen Welt verbindet. Dies könnte auch für Bildungszwecke interessant werden.</p>
<p>Um die Potenziale und Risiken von Metaversen und auch speziell dem „Metaverse“ aus dem Hause „Meta/Facebook“ auszuloten, hat das Virtual Dimension Center (VDC) w.V. (Fellbach) eine „Sherpa-Gruppe“ ins Leben gerufen. Sie diskutiert und analysiert seit Januar 2022 über diese Themen sowie den Stand der Technik rund um das Metaversum. Die Arbeitsgruppe richtet sich speziell an KMU, die ihre Möglichkeiten und Risiken im Metaversum im Austausch mit anderen eruieren möchten, nicht zuletzt für die praktische Umsetzung im eigenen Betrieb.</p>
<p><span id="more-13273"></span></p>
<p>Die Sherpa-Gruppe wird im Rahmen der Initiative „Digitallotse Wirtschaft 4.0“ durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg gefördert. Dr. Lutz Goertz vom mmb Institut wird an den nächsten <a href="https://www.vdc-fellbach.de/termine/2022/02/24/sherpa-gruppe-geschaeftsmodelle-im-metaversum/" target="_blank" rel="noopener">Treffen der Gruppe</a> teilnehmen, um dort die Perspektive des Bildungsmarkts einzubringen.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Federführer als neuer Weg zu einer bundeseinheitlichen Schulpolitik</title>
		<link>https://www.mmb-institut.de/schule-vorschule/federfuehrer-als-neuer-weg-zu-einer-bundeseinheitlichen-schulpolitik/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[mmb Institut]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Nov 2021 08:05:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schule & Vorschule]]></category>
		<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
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					<description><![CDATA[In einem Interview mit der ZEIT vom 7. Oktober 2021 äußert Thomas de Maizière Vorschläge zur Reformierung des Schulsystems in Deutschland. Schulen, Lehrkräfte und SchülerInnen würden „deutlich mehr erreichen, wäre das Bildungssystem besser organisiert“ (Spiewak 2021). Mit dem Ziel eines neu gedachten föderalen Bildungssystem fragt sich de Maizière, „warum die Bundesländer nicht stärker arbeitsteilig vorgehen. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In einem Interview mit der ZEIT vom 7. Oktober 2021 äußert Thomas de Maizière Vorschläge zur Reformierung des Schulsystems in Deutschland. Schulen, Lehrkräfte und SchülerInnen würden „deutlich mehr erreichen, wäre das Bildungssystem besser organisiert“ (<a href="https://www.zeit.de/2021/41/thomas-de-maiziere-bildung-bildungspolitik-digitalisierung-finanzierung" target="_blank" rel="noopener">Spiewak 2021</a>).</p>
<p>Mit dem Ziel eines neu gedachten föderalen Bildungssystem fragt sich de Maizière, „warum die Bundesländer nicht stärker arbeitsteilig vorgehen. Um bei der Digitalisierung zu bleiben: Warum entwickelt nicht ein Bundesland die IT-Standards für den Unterricht für lernförderliche IT-Infrastrukturen und die anderen Länder übernehmen das Modell?“</p>
<p><span id="more-15274"></span></p>
<p>Damit skizziert der Vorsitzende der Telekom-Stiftung das Prinzip eines „Federführers“: Ein Bundesland kümmert sich nach Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK) um die Recherche, Neuentwicklung und modellhafte Implementierung einer Bildungsinnovation und wird dabei von VertreterInnen anderer Bundesländer in einem Gremium begleitet. Nach erfolgreichem Abschluss dieser Phase kann die Innovation bundesweit eingeführt werden. Hierbei können andere Bundesländer diese Lösung übernehmen und sie gegebenenfalls anpassen – unter Maßgabe der Kompatibilität untereinander. Ein solches Federführerprinzip für bestimmte Themen wird übrigens auch mit Erfolg bei den Industrie- und Handelskammern in einzelnen Bundesländern praktiziert.</p>
<p>Mit Blick auf einen verbesserten Austausch zwischen Schul-Lernplattformen und Lerninhalten in verschiedenen Bundesländern (Stichwort: Interoperabilität) würde dieses Vorgehen die Mehrfachaufwände vor allem für IT-Lösungen, aber zum Beispiel auch für Schulbücher und andere Lernmaterialien deutlich reduzieren.</p>
<p>Zufall oder nicht? Zur Zeit wird in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern auf Initiative der Kultusministerkonferenz ein KI-gestütztes Lernsystem „<a href="https://area9lyceum.de/" target="_blank" rel="noopener">Area9</a>“ der dänischen Firma Area9 Lyceum für den Einsatz an neun Schulen erprobt. Dieses adaptive System passt sich dem Lerntempo und dem Vorwissen der Lernenden in den verschiedensten Schultypen und -stufen an, um so alle Lernenden auf einen gleichen Lernstand zu bringen. Laut Newsdienst „Schulportal“ der Robert Bosch Stiftung sollen die Erkenntnisse der Erprobung auch mit Unterstützung von Hochschulen evaluiert werden. „Noch in diesem Jahr will die Kultusministerkonferenz über eine Nutzung in allen Ländern beraten“ (<a href="https://deutsches-schulportal.de/unterricht/ki-area9-kuenstliche-intelligenz-im-klassenraum/" target="_blank" rel="noopener">Kuhn 2021</a>). Federführend in diesem Prozess ist das Bundesland Sachsen.</p>
<p>Damit hätten wir einen „Musterfall“, der den Vorschlag von Thomas de Maizière bereits in die Realität umsetzt. Es könnte durchaus sein, dass dieses Prinzip – gerade jetzt bei einer möglichen Neuorientierung in der Bildungspolitik im Zuge der Koalitionsverhandlungen – Schule macht.</p>
<p>Welche Potenziale KI-Anwendungen für die Schule bieten, erläutert das mmb Institut im Auftrag der Telekom Stiftung in der Studie „<a href="https://www.telekom-stiftung.de/sites/default/files/files/media/publications/KI%20Bildung%20Schlussbericht.pdf" target="_blank" rel="noopener">KI@Bildung: Lehren und Lernen in der Schule mit Werkzeugen Künstlicher Intelligenz</a>“.</p>
<p><em>Von: Dr. Lutz Goertz<br />
</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wenn Pflegeeinrichtungen zum Ort für digitale Bildung werden</title>
		<link>https://www.mmb-institut.de/berufliche-bildung/wenn-pflegeeinrichtungen-zum-ort-fuer-digitale-bildung-werden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[mmb Institut]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Jul 2021 07:27:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berufliche Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.mmb-institut.de/?p=15293</guid>

					<description><![CDATA[Worum ging es im letzten Beitrag, den Sie zu einem Digitalisierungs-Thema gelesen haben? Behandelte er vielleicht die ethischen Aspekte des Einsatzes von KI beim Recruiting neuer Mitarbeiter oder den Stand der Digitalisierung in öffentlichen Schulen in Deutschland? Ohne Frage, die Digitalisierung wirft eine Vielzahl an Fragen auf, die diskussionswürdig sind. Doch der öffentliche Diskurs zu [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Worum ging es im letzten Beitrag, den Sie zu einem Digitalisierungs-Thema gelesen haben? Behandelte er vielleicht die ethischen Aspekte des Einsatzes von KI beim Recruiting neuer Mitarbeiter oder den Stand der Digitalisierung in öffentlichen Schulen in Deutschland? Ohne Frage, die Digitalisierung wirft eine Vielzahl an Fragen auf, die diskussionswürdig sind. Doch der öffentliche Diskurs zu Digitalisierungs-Themen wird bislang nicht gerade von Forderungen nach der Teilhabe älterer Menschen an einer digitalisierten Welt bestimmt. Ein Thema das unserer Ansicht nach bislang zu kurz kommt.</p>
<p><span id="more-15293"></span></p>
<p>Etwas anders war dies zu Beginn der Coronapandemie. Hier standen Senioren- und Pflegeheime besonders in den Schlagzeilen. Die hohe Infektionsgefahr und die lebensbedrohliche Situation gerade für ältere Menschen führten dazu, dass harte Kontaktbeschränkungen eingeführt wurden. Hätte hier eine stärkere Digitalisierung der Heime die Situation entschärft? Könnte auch über Corona hinaus ein Ausbau der digitalen Infrastruktur in Pflege- und Seniorenheimen den Alltag – und damit die Möglichkeit zur gesellschaftlichen Teilhabe – in der Gruppe „70+“ verbessern?</p>
<p>Digitale Technologien bieten älteren Menschen in Seniorenheimen die Möglichkeit, selbstbestimmter zu leben: Sie können ortsunabhängig kommunizieren und mehr gemäß ihrer eigenen Bedürfnisse und Interessen leben. Auf Seiten des Personals wird an einigen Stellen für Entlastung gesorgt und es bleibt mehr Zeit für pflegerische Tätigkeiten.</p>
<p>Dieser Blogbeitrag beschreibt für die Anwendungsfelder Pflege, Kommunikation und Unterhaltung, welches Potenzial in der Digitalisierung von Seniorenheimen steckt.</p>
<p><strong>Digitale Anwendungen unterstützen die Pflege und Betreuung</strong></p>
<p>Digitale Elemente können in der Pflege in vier Einsatzfeldern zum Tragen kommen (vgl. <a href="https://inqa.de/SharedDocs/downloads/webshop/pflege-4.0?__blob=publicationFile" target="_blank" rel="noopener">Rösler et al 2018</a>):</p>
<ul>
<li>Software für Administration</li>
<li>Technische Assistenzsysteme</li>
<li>Telecare</li>
<li>Robotik</li>
</ul>
<p>Der Einsatz von (interoperabler) Software für die Verwaltung und Organisation bedeutet insbesondere für das Personal in Pflege- und Seniorenheimen das Potenzial für echte Entlastung. Deshalb wurde z. B. im Zuge des Pflegepersonal-Stärkungsgesetzes (PpSG) ein einmaliger Zuschuss für digitale Anwendungen bereitgestellt, die die Entlastung von Pflegekräften fördern (s. § 8 Abs. 8 SGB XI).</p>
<p>Die weiteren drei Einsatzfelder (2–4) haben direkte Auswirkungen auf die Selbstständigkeit und Freiheit der Bewohner_innen und bieten so das Potenzial, die Lebensqualität der Menschen signifikant zu steigern.</p>
<p>So können technische Assistenzsysteme pflegebedürften Personen Hilfe im Falle eines Sturzes rufen, bei der Körperhygiene helfen, aber auch demente Personen per GPS orten. Durch diese Unterstützung haben ältere Menschen die Chance, länger mobil und selbstbestimmt zu agieren und in einem Notfall trotzdem nicht hilflos zu sein. Bekannte Beispiele sind Notfallknöpfe oder druckempfindliche Fußmatten. Auch bei der Mobilisierung sind digitale Assistenzen im Einsatz: Videos, Spielekonsolen und Gamificationansätze schaffen neue Methoden und geben Bewohner_innen so die Chance, sich unabhängig von Ergo-, Physio- und Bewegungstherapeut_innen zu mobilisieren. Künstliche Intelligenz bietet das Potenzial hierbei noch Feedback zu geben, Fehlhaltungen zu korrigieren und den Schweregrad von Übungen anzupassen.</p>
<p>„Telecare/-pflege“ beschreibt die digitale Beratung und Untersuchung von Patient_innen. Viele ältere Menschen empfinden Arzt- und Therapeutenbesuche als sehr kräftezehrend und unangenehm aufregend. Dies führt im schlimmsten Fall dazu, dass Krankheiten gar nicht behandelt werden. Telecare bietet Bewohner_innen die Möglichkeit, sich in ihrer gewohnten Umgebung von Spezialist_innen beraten zu lassen. Dies ist besonders bei seltenen Krankheiten sowie bei ängstlichen oder bewegungseingeschränkten Bewohner_innen ein großer Vorteil. Auch können ältere Menschen die Therapeut_innen und Ärzt_innen bereits vor einem Krankenhausbesuch kennenlernen, was Ängste und Befürchtungen nimmt. Außerdem sind Beratungen oder Therapien zu psychischen Problemen über Telecare möglich, die zur Lebensqualitätssteigerung von pflegebedürftigen Personen beitragen können – insbesondere im Fall von Trauer und Verlusten.</p>
<p>Der Einsatz von Robotik in der Pflege wird seit Jahren kontrovers diskutiert. Viele Personen befürchten, dass hierdurch menschliche Begegnungen noch weiter reduziert werden könnten. Studien zeigen jedoch, dass viele ältere Menschen, gerade mit Demenz, sehr positiv auf den Einsatz von sozialen Robotern reagieren. So weisen Studien (z. B. <a href="https://www.researchgate.net/publication/321652365_Emotionale_Roboter_im_Pflegekontext_Empirische_Analyse_des_bisherigen_Einsatzes_und_der_Wirkungen_von_Paro_und_Pleo" target="_blank" rel="noopener">Baisch et al. 2017</a>; <a href="https://ieeexplore.ieee.org/abstract/document/4558139" target="_blank" rel="noopener">Wada et al. 2008</a>; <a href="https://www.hindawi.com/journals/jar/2016/8569602/" target="_blank" rel="noopener">Birks et al. 2016</a>) darauf hin, dass der ergänzende Einsatz von der Robbe Paro viele demenzkranke Menschen beruhigt, Ängste reduziert und die Personen aktiviert. Auch der Roboter Pepper hilft entsprechend einiger Studien (z. B. <a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S1130862119305807" target="_blank" rel="noopener">Sato et al. 2019</a>) dabei, Abwechslung und neue Anregungen in den Alltag von Heimbewohner_innen zu bringen. Hierbei beziehen sich diese Forschungsergebnisse explizit auf Robotik, die die Bewohner_innen betreut, also unterhält und sozial begleitet, aber nicht im eigentlichen Sinne pflegt.</p>
<p><strong>Kommunikation: Schlüssel zu sozialer Teilhabe auch im digitalen Raum</strong></p>
<p>Der Enkel lebt in den USA, ein Virus sorgt für eingeschränkten Besuchsbetrieb, die Ampelphase über die neue Umgehungsstraße vor dem Seniorenheim ist zu kurz für bewegungseingeschränkte Personen: Situationen, in denen digitale Kommunikation für Bewohner_innen in Seniorenheimen hilfreich sein kann, gibt es viele. Sie bietet die Möglichkeit, mit anderen Menschen in Kontakt zu bleiben, neue Informationen zu bekommen oder die eigenen Interessen nach außen zu kommunizieren. Digitale Kommunikation ergänzend zur Face-to-Face-Kommunikation ermöglicht zu pflegenden Personen, Kontakte aufrechtzuerhalten, weiter am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und dieses aktiv mit zu prägen. Denn wenn im Alter das Netz sozialer Kontakte kleiner wird, wird deren Pflege umso wichtiger. Dies beugt sozialer Isolation und ihren (gesundheitlichen) Folgen vor.</p>
<p>Doch gerade die oben genannten Situationen verdeutlichen auch, wie relevant der Erwerb von Medienkompetenzen für ältere Menschen geworden ist. Denn sie sind die Voraussetzung, um digitale Kommunikation selbst in die Hand nehmen zu können und beispielweise ein Videokonferenztool zu bedienen. Bei der Vermittlung dieser Medienkompetenz kommen oft Familienangehörige oder Pfleger_innen ins Spiel, die z. B. bei Videotelefonaten unterstützen können.</p>
<p>Darüber hinaus gibt es einige Angebote speziell für die Zielgruppe älterer Menschen, die Medienkompetenz entwickeln und vertiefen. Beispielsweise bietet das Beratungsangebot „Digitaler Engel“ online und vor Ort Unterstützung. Dessen Projektteam reist mit einem Infomobil durch die Republik und berät in ländlichen Regionen ältere Menschen zu Themen, wie „Kontakte finden, pflegen und erweitern“ oder „Online einkaufen und verkaufen“. Zusätzlich sind einige <a href="https://www.digitaler-engel.org/erklaervideos" target="_blank" rel="noopener">Erklärvideos</a> entstanden, die Tipps zu Smartphone-Einstellungen oder Sozialen Netzwerken liefern.</p>
<p><strong>Freizeitgestaltung geht auch online</strong></p>
<p>Pflege- und Seniorenheime sind oft relativ isolierte Orte. Die Gründe hierfür sind beispielsweise die fehlende Mobilität der Bewohner_innen, aber auch die geografische Lage von Seniorenheimen. Digitale Technologien bieten das Potenzial, diese Isolation aufzuheben. So können bettlägerige Personen nun über den Fernseher am Quizabend teilnehmen oder Rätsel lösen, ein_e kognitiv fitte Bewohner_in kann einen VHS-Kurs online besuchen und neue Bücher können mittels digitalem Büchereiausweis als E-Book gelesen werden. Menschen mit Migrationshintergrund oder Sprachinteresse sind in der Lage, Fernsehprogramme in einer anderen Sprache via Internet zu schauen. Und über Dienste wie „<a href="https://www.bringliesel.de/" target="_blank" rel="noopener">BringLiesel</a>“ kann online eingekauft werden.</p>
<p>Die Grundvoraussetzung hierfür ist eine vorhandene digitale Infrastruktur. In den Zimmern muss WLAN verfügbar sein und die Bewohner_innen benötigen nutzerfreundliche Endgeräte. Außerdem sind entsprechende Medienkompetenzen der Anwender_innen notwendig, um auf das große Angebot an Unterhaltung zugreifen zu können.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Abschließend lässt sich festhalten, dass die Digitalisierung von Pflege- und Seniorenheimen eine notwendige gesellschaftliche Aufgabe ist, um digitaler Spaltung vorzubeugen und Teilhabe zu ermöglichen. Aktuell ist der Status quo der Digitalisierung in den Bereichen Pflege und Betreuung noch deutlich niedriger als bei der Verwaltung und der Organisation der Pflegeeinrichtungen (<a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/5_Publikationen/Pflege/Berichte/2020-06-26_IGES_UTiP_Sachbericht.pdf" target="_blank" rel="noopener">Braeseke et al. 2020</a>). Anwendungssituationen, die enorme Potenziale bieten, wurden oben aufgeführt.</p>
<p>Die zentrale Aufgabe in den kommenden Jahren wird der Aufbau einer Medienkompetenz von älteren Menschen sein. Dieser Aufbau beginnt im Idealfall deutlich vor dem Eintritt in Senioren- und Pflegeheime. Damit die Einrichtungen zum Ort der digitalen Bildung für Senioren werden, ist auch die Schulung von Personal mitzudenken. So können Pflegekräfte hierbei bestmöglich unterstützen. Die Basis für all diese Anwendungen ist und bleibt jedoch das Anschaffen und Bereitstellen von digitaler Infrastruktur.</p>
<p><em>Von: Katja Buntins und Monica Hochbauer<br />
</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zur aktuellen Situation und zu Trends der EdTech-Branche</title>
		<link>https://www.mmb-institut.de/ki-edtech/zur-aktuellen-situation-und-zu-trends-der-edtech-branche/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[mmb Institut]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Jul 2021 07:25:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[KI & EdTech]]></category>
		<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.mmb-institut.de/?p=15290</guid>

					<description><![CDATA[Wie haben EdTechs die Bildung verändert? Die Digitalisierung der Bildung hat dazu geführt, dass non-formales und vor allem informelles Lernen stark zugenommen haben. Schon letztes Jahr berichtete das Magazin Forbes, dass ein Großteil der Amerikanerinnen und Amerikaner ein Praktikum bei Google bei der Jobsuche für relevanter erachten als einen Harvard-Abschluss. Ich bin zwar skeptisch, ob [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie haben EdTechs die Bildung verändert?</strong></p>
<p>Die Digitalisierung der Bildung hat dazu geführt, dass non-formales und vor allem informelles Lernen stark zugenommen haben. Schon letztes Jahr berichtete das Magazin Forbes, dass ein Großteil der Amerikanerinnen und Amerikaner ein Praktikum bei Google bei der Jobsuche für relevanter erachten als einen Harvard-Abschluss. Ich bin zwar skeptisch, ob das auf dem Arbeitsmarkt tatsächlich so wahrgenommen wird, aber es zeigt eines in aller Deutlichkeit: Die Bedeutung formaler Abschlüsse sinkt. Google zum Beispiel beschäftigt inzwischen mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ohne Berufs- oder Hochschulabschluss als mit.</p>
<p><span id="more-15290"></span></p>
<p><strong>Was tritt an die Stelle der formalen Abschlüsse?</strong></p>
<p>Kompetenzen und spezifische Fähigkeiten, die bestenfalls z.B. über Micro-Degrees oder Open Badges nachgewiesen werden. Dass dieser Bereich immer wichtiger wird, lässt sich auch anhand von Investitionen nachvollziehen: Ein Großteil der weltweiten privaten Kapitalinvestitionen im Bildungsbereich ging in den vergangenen Jahren in Angebote, die klassische Bildungsinstitutionen<br />
tendenziell ersetzen und stattdessen direkt die individuell Lernenden adressieren, d.h. in Apps oder Bildungsplattformen, die eigenständiges, autonomes Lernen jenseits von Institutionen und traditionellen Lehr- und Lernsettings ermöglichen.</p>
<p><strong>Ist die Digitalisierung eine Gefahr für klassische Bildungseinrichtungen?</strong></p>
<p>Ich glaube nicht, dass die Digitalisierung eine Wüste im Bildungsbereich hinterlässt. Es wird immer eine Nachfrage geben für Lernangebote vor Ort mit echten Dozentinnen und Dozenten, für bestimmte Zielgruppen oder als Premium-Learning-Angebot. Die Digitalisierung ist nicht das Heil für alle! Zugleich möchte ich dafür plädieren, bei der Bildung mit digitalen Tools offener zu sein. Welche Tools gibt es, die ich als Lehrender oder als Einrichtung gut in meine Angebote integrieren kann? Was können wir vielleicht sogar selbst oder in Kooperation entwickeln? Hierzu braucht es nicht immer Millionenbeträge, sondern den Mut, einfach mal was auszuprobieren.</p>
<p><strong>Und welche sind die nächsten Entwicklungsschritte in der Bildung mit digitalen Hilfsmitteln?</strong></p>
<p>Zum einen denke ich, dass wir vor der nächsten Professionalisierungsphase in der digitalen Bildung stehen, was die technische Realisierung von Angeboten angeht. Schauen Sie sich das Angebot von MasterClass an, wo Hollywoodstars, berühmte Wissenschaftlerinnen, Köche oder Musikerinnen ihr Fachwissen in extrem gut und aufwändig produzierten Video-Tutorials teilen. Zum anderen ist das ganz sicher die Integration Künstlicher Intelligenz. Beim Lehren und Lernen gibt es schon eine ganze Reihe an Lösungen, wo Lernende und Lehrende mithilfe von Künstlicher Intelligenz unterstützt werden, z.B. indem Leistungsdaten der Lernenden dokumentiert und statistisch ausgewertet werden, um ihnen dann personalisierte Lern- und Übungsaufgaben bereitzustellen. Sprachverstehende Assistenz-Systeme ermöglichen menschenähnliche Kommunikation und Interaktion und agieren vermehrt als virtuelle Hilfslehrer oder Tutoren. Diese Systeme entlasten Lehrkräfte beim Prüfen, Testen und Benoten, aber auch – mithilfe von Predictive Analytics, also dem Voraussagen von Leistungen – bei Beratung und pädagogischer Intervention. Nicht zuletzt bietet KI neue Potenziale für das Management von Bildungseinrichtungen durch Educational Data Mining, also die umfassende Evaluation und Analyse des Geschehens in Kursen und Institutionen.</p>
<p><em>Von: Dr. Ulrich Schmid<br />
</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Was sagen E-Learning-Dienstleister zu den wichtigsten Veränderungen durch Corona?</title>
		<link>https://www.mmb-institut.de/meldungen/was-sagen-e-learning-dienstleister-zu-den-wichtigsten-veraenderungen-durch-corona/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[mmb Institut]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Jan 2021 08:28:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Rahmen der alljährlichen Erhebung für den mmb-Branchenmonitor „E-Learning-Wirtschaft“ wurden die E-Learning Dienstleister in diesem Jahr auch zu den (erwarteten) Veränderungen in Folge der Maßnahmen der Bundesregierung zur Eindämmung der Corona-Epidemie befragt – und zwar jeweils a) für das eigene Unternehmen, b) für die Kunden und c) für die Bildungspolitik. Das Gros der insgesamt 40 [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Rahmen der alljährlichen Erhebung für den mmb-Branchenmonitor „E-Learning-Wirtschaft“ wurden die E-Learning Dienstleister in diesem Jahr auch zu den (erwarteten) Veränderungen in Folge der Maßnahmen der Bundesregierung zur Eindämmung der Corona-Epidemie befragt – und zwar jeweils a) für das eigene Unternehmen, b) für die Kunden und c) für die Bildungspolitik. Das Gros der insgesamt 40 Befragten hat diese offenen Fragen beantwortet. Die zentralen Befunde dieser kurzen Zusatzbefragung werden im Folgenden zusammengefasst.</p>
<p><span id="more-15296"></span></p>
<p><strong>Veränderungen für das Unternehmen</strong></p>
<p>Die meisten Statements (etwa ein Drittel) beziehen sich auf Veränderungen der Arbeitsorganisation bzw. der Arbeitskultur – Herausforderungen, die auch die meisten anderen Branchen zu meistern haben. Stichworte sind hier „dezentrale Teams“, „virtuelle Kommunikation“, „Home Office“, „mobiles Arbeiten“ oder „neue dezentrale Arbeitsmodelle“. Einige Befragte heben hervor, dass das eigene Unternehmen auf diese Herausforderung gut vorbereitet war. „Home Office war für uns kein Problem, da alle Prozesse bereits vorher voll digital waren.“</p>
<p>Auch die Produktionsprozesse mussten an die neuen Bedingungen angepasst werden. Genannt werden hier u.a. „Remote-Projekte“, Verlagerung der Produktion in die Cloud oder eine größere Dynamik und Variabilität in Folge der geänderten Kommunikation mit Kunden.</p>
<p>Eine weitere Veränderung im eigenen Unternehmen, die mehrfach genannt wird, betrifft das Produktportfolio. Hier sind vor allem Firmen herausgefordert, die neben E-Learning auch Präsenzlernen im Angebot haben. Aber auch jene Dienstleister, die ausschließlich Lösungen zum digitalen Lernen anbieten, sehen sich mit neuen Anforderungen konfrontiert. „Standardisierte Lösungen“ werden hier als starker „Corona-Trend“ genannt; ebenso „Produktverkauf und passender Service“.</p>
<p>Der verstärkte „Trend zu Plattformen“ sowie die Verlagerung der Aufträge „von der Contentproduktion zur Plattformbereitstellung“ sind nach Angaben einiger Dienstleister weitere wichtige Veränderungen, die durch Corona verstärkt werden.</p>
<p>Obwohl viele Anbieter eine steigende Nachfrage nach digitalem Lernen konstatieren, wird mehrfach angemerkt, dass die Entwicklungen eine Verbreiterung der Kundenbasis erforderlich machen, insbesondere in Richtung KMU. Dies kann auch damit zusammenhängen, dass die Veränderungen der Arbeitsorganisation bei ihren Kunden zum Auftreten „neuer Mitbewerber aus dem Bereich Online-Konferenzen“ geführt haben.</p>
<p><strong>Veränderungen für die Kunden</strong></p>
<p>Auch bei den Kunden der befragten Dienstleister stehen die Veränderungen der Arbeitsorganisation in Folge des Lockdowns im Mittelpunkt. Das Arbeiten im Home Office habe einen „Digitalisierungsschub“ ausgelöst, der wiederum eine starke Nachfrage nach digitalen Lernangeboten bewirkt habe. „Weiterbildung muss jedermann zugänglich gemacht werden, auch im Home Office.“ E-Learning verändert damit seinen Stellenwert bei vielen Kunden: „Digitales Lernen ist kein Luxus mehr, sondern täglich benötigte Praxis.“</p>
<p>Von offline zu online: Kurzfristig bedeutet das etwa, dass bestehende „Präsenzseminare zu Webinaren umgebaut“ werden müssen. Mittelfristig gehe es dann darum, die bestehenden digitalen Lernkonzepte zu verbessern – und vor allem: „Maßnahmen zum sozialen Lernen verstärkt in die vorhandenen Systeme einzubauen“. Damit müsse auch der Ausbau digitaler Kompetenzen auf Seiten der Kunden einher gehen – „als E-Trainer, E-Learning-Autoren und Konzeptionisten“. Auch hier sind E-Learning-Anbieter als Dienstleister gefragt. Insgesamt zeigen die Kunden der E-Learning-Dienstleister „eine höhere Bereitschaft zum digitalen und virtuellen Lernen“.</p>
<p>„Wir haben neue Kunden gewonnen, für die das Thema bisher nicht dringend war.“ Während also ein Teil der Befragten, trotzt des Wegfalls der für die Akquise wichtigen Messen, neue Kunden gewinnen konnte, die erstmals E-Learning in ihrem Unternehmen einsetzen wollen, stellen andere fest, dass bei manchen Bestandskunden „durch Corona“ Budgets für Training wegfallen oder stark reduziert werden. „Dadurch sind neue, kreative Ansätze gefragt“, wie ein Befragter konstatiert.</p>
<p>In diesem Zusammenhang wird immer wieder die Nachfrage nach „schnellen Lösungen“ hervorgehoben. „Pragmatisches, schnelles, das heißt agiles Vorgehen ist wichtiger denn je.“ Das bedeutet zugleich einen „Trend zu Standardlösungen“ an Stelle von maßgeschneiderten Angeboten.</p>
<p><strong>Veränderungen für die Bildungspolitik</strong></p>
<p>„Digital ist Prio 1“. Während die Antworten der befragten Dienstleister im Hinblick auf die Auswirkungen der Corona-Krise auf das eigene Unternehmen sowie die Kunden sehr vielfältig ausfallen, sind sich die Befragten bei ihren Einschätzungen zur Bildungspolitik weitestgehend einig. Mit einem Zitat eines Teilnehmers kann die Resonanz wie folgt zusammengefasst werden: „Die Digitalisierung wurde verschlafen und wird jetzt dringend benötigt.“ Diese kritische Einschätzung wird von etwa drei Viertel der Befragten so oder ähnlich formuliert.</p>
<p>Die Kritik konzentriert sich auf das Schulsystem, die Forderungen gehen aber auch darüber hinaus. „Es braucht ein digitales Mindset in der gesamten Bildungspolitik, von der Gemeinde bis zur Bundesregierung.“</p>
<p>Dringend erforderlich seien die Förderung digitaler Kompetenzen sowie „abgestimmte Konzepte zum Einsatz digitaler Bildungssysteme und -medien“. In diesem Zusammenhang wird auch moniert, dass „zu sehr auf Open Source-Angebote gesetzt“ werde und die Angebote kommerzieller Dienstleister ignoriert würden.</p>
<p><em>Von: Dr. Lutz P. Michel</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ein „Netflix“ für die Online-Bildung?</title>
		<link>https://www.mmb-institut.de/meldungen/ein-netflix-fuer-die-online-bildung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[mmb Institut]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Oct 2020 07:31:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meldungen]]></category>
		<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.mmb-institut.de/?p=15305</guid>

					<description><![CDATA[Brauchen wir in Deutschland eine &#8222;bundesweite Bildungsplattform für alle&#8220;? Und wie könnte diese aussehen? Digitale Bildung ist auf dem besten Weg, eines der kommenden Wahlkampfthemen zu werden. Denn eigentlich alle Parteien haben dieses Thema weit oben auf ihrer Agenda stehen – und mehr als das: Der Koalitionsausschuss annoncierte kürzlich eine 500 Millionen Euro starke „Digitale [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Brauchen wir in Deutschland eine &#8222;bundesweite Bildungsplattform für alle&#8220;? Und wie könnte diese aussehen?</strong></p>
<p>Digitale Bildung ist auf dem besten Weg, eines der kommenden Wahlkampfthemen zu werden. Denn eigentlich alle Parteien haben dieses Thema weit oben auf ihrer Agenda stehen – und mehr als das: Der Koalitionsausschuss annoncierte kürzlich eine 500 Millionen Euro starke „Digitale Bildungsoffensive“ und eine Ausstattungsinitiative für Lehrkräfte. Wesentlicher Baustein ist dabei der „Aufbau einer bundesweiten Bildungsplattform, die einen geschützten und qualitätsgesicherten Raum für hochwertige digitale Lehrinhalte“ bereitstellt. Und weiter: „Diese Plattform soll zugänglich sein für alle Bildungsbereiche wie etwa der Erwachsenbildung, der Weiterbildung, der beruflichen Bildung und der schulischen Bildung.“</p>
<p><span id="more-15305"></span></p>
<p><strong>Viele (politische) Initiativen für Bildungsplattformen</strong></p>
<p>Angesichts ambitionierter bildungspolitischer Ziele im Bereich der (beruflichen) Weiterbildung wurde seitens des BMBF bereits im Frühsommer 2020 der „INVITE – Innovationswettbewerb Digitale Plattform berufliche Weiterbildung“ ausgeschrieben (vgl. hierzu auch die Nationale Weiterbildungsstrategie der Bundesregierung). Invite soll einen „Beitrag zur Optimierung des digitalen Weiterbildungsraums der berufsbezogenen Weiterbildung (leisten). Dazu gehören die Vernetzung sowie die Weiterentwicklung von internetbasierten Plattformen, Applikationen und Diensten (z. B. Suchmaschinen) sowie die Entwicklung innovativer digitaler Lehr- und Lernangebote.“</p>
<p>Und schon im vergangenen Jahr entstand aus der CDU heraus das Konzept einer staatlich finanzierten Online-Weiterbildungsplattform namens MILLA („Modulares Interaktives lebensbegleitendes Lernen für Alle“). Avisiert wurde hier eine Art „Netflix der Bildung“, sprich ein zentrales Portal, das nutzerorientiert unterschiedlichste Bildungsformate und Angebote integriert, diese so personalisiert wie möglich zugänglich macht und darüber hinaus auch eine einheitliche Zertifizierung der persönlichen Kompetenzen und Bildungsleistungen erlaubt.</p>
<p>All diesen Vorschlägen liegt im Kern eine Idee zugrunde: Die rasch wachsende, dazu extrem vielfältige Welt der Online-Bildung einfach und möglichst zentral zugänglich zu machen – und zwar für alle, die an Bildung interessiert sind: ob Schüler*in oder Student*in, Azubi oder Angestellter*e etc.</p>
<p><strong>Bislang keine zentrale digitale Bildungsplattform in Deutschland</strong></p>
<p>Während heute für nahezu alle Dienstleistungsbereiche mehr oder weniger umfassende Plattformen im Netz existieren – seien es Spotify oder iTunes, eBay oder stepstone, immoscout oder blechnet –, konnte sich im so wichtigen Bildungsbereich bislang keine derartige Leit-Plattform etablieren. Stattdessen finden wir in allen Bildungssegmenten eine Vielzahl von Lösungen, von denen viele in Bezug auf Usability, Inhalte, Didaktik und Technologie eher auf dem Stand der 00er als der 20er Jahre sind. Dafür gibt es eine Reihe von Gründen, die man sich unseres Erachtens genauer anschauen sollte, bevor nun erneut mit großen finanziellen Aufwand und immensen Erwartungen eine zentrale Bildungsplattform konzipiert wird.</p>
<p>Dabei geht es uns keinesfalls darum, die Idee eines „Netflix für Bildung“ oder einer „Bildungsplattform für Alle“ im Lichte früherer Erfahrungen zu diskreditieren, sondern im Gegenteil darum, konstruktiv die Gestaltungsoptionen für ein zeitgemäßes Bildungs-Plattformmodell auszuloten. Denn es kann kein Zweifel daran bestehen, dass es dringend eine neue Lösung für Bildung und Qualifizierung braucht, um den gegenwärtigen industriellen Strukturwandel unseres Landes zu bewältigen.</p>
<p>Worin liegen also die besonderen Schwierigkeiten für die Umsetzung einer gemeinsamen Plattform für das Online-Lernen? Zu bedenken sind vor allem fünf Aspekte, die für den digitalen Bildungsmarkt prägend sind:</p>
<p><strong>1. Immense Heterogenität an Formaten und Angeboten</strong></p>
<p>Die Welt der digitalen Aus- und Weiterbildung ist schon immer extrem vielfältig in Bezug auf didaktische Konzepte und Formate. Sie reicht von Selbstlernprogrammen über virtuelle Klassenraumveranstaltungen, Blended Learning und „Flipped Classroom“ bis hin zu tutoriell betreuten Massen-Angeboten in Online-Kursen (MOOC). Von schlichten PowerPoint-basierten Vortragsaufzeichnungen über aufwändig produzierte Videotutorials, Simulationen, Online-Trainer bis hin zu Lernspielen und virtuellen 3D-Anwendungen und Augmented Reality Learning. Die Angebote sind teilweise tutoriell unterstützt und beinhalten alle möglichen Arten von Assessments und Tests sowie Gamification-Komponenten oder auch virtuelle Kollaborationsformate.</p>
<p><strong>2. Hohe Technologiekomplexität und -vielfalt</strong></p>
<p>Doch damit nicht genug, die heute bestehenden digitalen Bildungsplattformen sind meist sehr eng mit den jeweiligen Anforderungen ihrer Organisationen verbunden: So betreiben viele Unternehmen heute Bildungsportale, in denen neben Lernangeboten auch firmen- und personalbezogene Daten und Zertifikate verwaltet werden. Weiterbildungsanbieter nutzen hingegen oftmals Plattformen, die verknüpft sind mit CRM, Marketing, Abrechnung und vielen weiteren Prozessen. In den Schulen kommen wiederum Plattformen zum Einsatz, in denen aus sicherheits- und rechtlichen Gründen die Verwaltungsfunktionen einerseits von den Lernfunktionen andererseits streng getrennt sind – was es den Lehrkräften nicht immer einfach macht. Zu berücksichtigen sind obendrein lizenz- und urheberrechtliche Verschiedenheiten sowie unterschiedliche Anforderungen an Zertifizierungen, Prüfungen, Dokumentation und Abschlüsse. Kurzum: Die heutigen Plattform-Lösungen im Bereich der digitalen Aus- und Weiterbildung sind funktional extrem unterschiedlich.</p>
<p><strong>3. Entgrenzung der formalen Bildung</strong></p>
<p>Mit der voranschreitenden Digitalisierung der Bildung und nahezu endlosen Verfügbarkeit von Inhalten und Wissen auf unterschiedlichsten offenen Plattformen – angefangen mit Wikipedia über Youtube bis hin zu offenen MOOC-Plattformen –verschwimmen auch die Grenzen zwischen formalem und informellem Lernen. Immer mehr Menschen nutzen die Möglichkeit, sich autonom und „informell“ zu bilden – jenseits dessen, was ihnen „ihre“ Bildungsinstitution anbietet und was in starren Kursstrukturen und vorgegebenen Curricula vermittelt wird. Hinzu kommen neue, private Bildungsanbieter (z.B. Udacity, Google, HPI etc.), mit ihren ganz eigenen Leistungsnachweisen, „Micro-Credits“ und Zertifikaten. Diese werden übrigens in bestimmten Qualifizierungsfeldern, wie z.B. in der IT oder im Management oftmals sogar als „wertiger“ betrachtet als die klassischen (staatlichen) Bildungs-Abschlüsse. Diese, fast „anarchisch“ anmutenden Entwicklungen im Bereich des virtuellen Lernens sind kaum zu systematisieren, sie liegen häufig quer zu bestehenden Ordnungsstrukturen des Bildungssystems und oft auch jenseits bildungspolitischer Regulierung.</p>
<p><strong>4. Föderalismus</strong></p>
<p>Bildung ist – und bleibt sicherlich – „Ländersache“. Derzeit entwickeln und betreiben die 16 Bundesländer beispielsweise jeweils eigene Plattformen für Ihre Schulen – wobei fairerweise gesagt werden muss, dass es teilweise Kooperationen und zugleich auch Anstrengungen gibt, die Interoperabilität und Zugänglichkeit z.B. über gemeinsame Identity Management Lösungen auszubauen. Daneben gibt es bekanntermaßen den Versuch, eine bundesweite Schul-Cloud – im Sinne einer gemeinsamen cloudbasierten Infrastruktur für das digitale Lernen an Schulen – zu etablieren (https://hpi-schul-cloud.de/). Bislang stößt das Angebot bei vielen Ländern allerdings noch auf Zurückhaltung. Bei den Hochschulen sieht es nicht besser aus: Beispielsweise geben die mit hohem Aufwand entwickelten länderübergreifenden Bewerbungs- und Zulassungssysteme (wie Hochschulstart.de oder uni-assist.de) auch Jahre nach ihrem Start immer wieder Anlass zu Kritik und Klagen (https://www.jmwiarda.de/2019/11/19/zehn-jahre-lang-aufs-falsche-pferd-gesetzt/ oder https://www.jmwiarda.de/2020/09/28/wieder-%C3%A4rger-um-hochschulstart-de/). Die meisten größeren Hochschulen und Unis betreiben teilweise auch heute noch nebeneinander mehrere unterschiedliche Systeme für die Lehre und das Campus Management. Realistisch betrachtet wird sich an dieser Situation wenig verändern. In einem über weite Strecken staatlichen Bildungssystem mit vielen teil-autonomen Playern auf Länder- und Institionenebene werden sich immer – pädagogische oder organisatorische, technische oder kulturelle – Gründe finden, weshalb man „sein eigenes Ding“ macht, ja machen muss! Da Bildung, abgesehen von der Weiterbildung, in Deutschland kein Markt ist, werden auch marktlich-finanzielle Anreize hier keine Wirkung entfalten.</p>
<p><strong>5. Bildung als Marke und Erfahrungsgut</strong></p>
<p>Nicht zuletzt sind natürlich auch die etablierten Anbieter und Betreiber digitaler Bildungslösungen nicht unbedingt daran interessiert, ihre Inhalte über Plattformen anderer zugänglich zu machen. Dafür gibt es gute Gründe: Denn erfolgreiche Bildungsprodukte leben mehr als die meisten anderen Produkte und Dienstleistungen davon, dass sich ihre Nutzer auf ein bestimmtes Leistungs- und Qualitätsversprechen verlassen können. Bildung ist ja ein klassisches Erfahrungsgut: Wer gute Erfahrungen mit einem Kurs oder einem Lehrbuch gemacht hat, wird diesem Anbieter vermutlich auch künftig Vertrauen schenken. Dadurch entstehen enge und dauerhafte Kundenbindungen, Brands und Marken, die es z.B. den etablierten Schulbuch – oder Bildungsverlagen erlauben, über viele Jahrzehnte hinweg äußerst stabile Geschäftsbeziehungen aufrecht zu erhalten. Der „Dierke“ gehört ebenso zu unserer schulischen Bildungssozialisation wie der Thieme-Anatomie-Atlas zur Medizinerausbildung. Der Micro-Degree eines MIT-Online-Kurses hat eine andere Wertigkeit als das Online-Kurs-Zertifikat der Fachhochschule xy.<br />
In der digitalen Musik- und Filmindustrie hat es Jahrzehnte gedauert, bis die unterschiedlichen Musikverlage auf gemeinsame Plattformen wie iTunes oder Netflix gebracht werden konnten. Im Bildungsbereich ist ähnliches noch nicht sichtbar – und es dürfte aufgrund der viel ausgeprägteren Markenidentitäten hier auch noch viel länger dauern.</p>
<p><strong>Das Leitbild einer Bildungscloud sollte eher „Amazon“ als „Netflix“ sein</strong></p>
<p>Angesichts dieser Voraussetzungen ist natürlich zu fragen, ob es überhaupt gelingen kann, ein gemeinsames Bildungsportal zu etablieren, das allen Interessierten einen möglichst einfachen und umfassenden Zugang zur Welt des Online-Lernens ermöglicht? Aus unserer Sicht heißt die Antwort: ja. Wobei wir allerdings – um dies vorweg zu nehmen – die Vorstellung eines „Bildungs-Netflix“ aus den oben genannten Gründen für irreführend halten. Besser geeignet erscheint uns hingegen das Leitbild „Amazon“.</p>
<p>Aus Sicht der Nutzer/innen wäre nämlich eine solche Bildungscloud – ähnlich wie Amazon – vor allem ein zentrales Eingangstor und zugleich ein virtueller Marketing- und Umschlagplatz für alle gängigen Weiterbildungs-Angebote und Dienstleistungen: Wer eine spielerische Lernapp für Vorschulkinder sucht, würde hier im Idealfall ebenso fündig, wie diejenige, die einen rechtswissenschaftlichen Online-Kurs in deutscher Sprache sucht. Die Suche nach einem BOOT-Camp für KI an der Uni x müsste ebenso möglich sein, wie die Buchung eines Gitarrenkurses oder einer Qualifizierung Datenschutzbeauftragte bei der Akademie y. Kernfunktionen einer solchen Plattform wären folgende:</p>
<ul>
<li>Katalog mit intelligenter Kategorisierung und Suche</li>
<li>Einheitliche Präsentations- und Darstellungsformate</li>
<li>Vielfältige Feedback-, Bewertungsfeatures</li>
<li>Reservierung, Buchungs- und Bezahlfunktionen (eBusiness)</li>
<li>Online-Marketing</li>
<li>Rechte- und Nutzerdatenmanagement</li>
<li>Bereitstellung der übergreifenden Plattform-Intelligenz durch Assistenz- und Assessmentsysteme, Data-Mining, Data-Analytics, Prognostics etc.</li>
</ul>
<p>Diese „Intelligenz“ könnte u.a. dazu führen, dass:</p>
<ul>
<li>sowohl formell wie informell erworbene Kompetenzen automatisch überprüft, bewertet und zertifiziert werden könnten (eAssessment, Automated Grading);</li>
<li>Lernleistungen fälschungssicher dokumentiert und zertifiziert werden könnten (Blockchain);</li>
<li>der individuelle Wissens- und Kompetenzstand verlässlich eingestuft und erreichbare Lernziele definiert werden könnten (Machine Learning, Learning Data Mining);</li>
<li>personalisierte Empfehlungen (Recommendation), Tests und Lernangebote bereitgestellt werden könnten (Adaptive Learning);</li>
<li>niedrigschwellige Interaktionen mit intelligenten Tutoring Systemen (IST) in natürlicher Sprache (NLP) realisiert werden könnten;</li>
<li>sowohl individuelle als auch kollektive Qualifikationsanforderungen analysiert und prognostiziert werden könnten, um gezielte Anreize zu setzen oder bildungspolitische Maßnahmen einzuleiten (Learning and Predictive Analytics).</li>
</ul>
<p>Eine derartige smarte Bildungs-Service-Infrastruktur würde es einerseits etablierten Anbietern erlauben, ihre Lösungen ganz oder teilweise auf dem „Bildungs-Amazon“ zu vermarkten und ggf. dort auch einen eigenen virtuellen Shop-in-Shop einzurichten. Andererseits könnten kleine oder neue Anbieter von der Reichweite und den bereits vorhandenen Service- und Marketingfunktionen dieser Plattform profitieren – und sich dabei ganz auf das eigene Bildungsprodukt konzentrieren.</p>
<p>Während das Leitbild „Netflix“ ein kohärentes und einfaches Bildungserlebnis innerhalb einer geschlossenen Anwendung suggeriert, wäre bei einer „Amazon-like“ Bildungscloud von vornherein klar, dass es sich im Kern um eine Transaktionsplattfom für Bildung und Wissen handelt – wobei das eigentliche Lernen in anderen, externen Anwendungen stattfindet. Dadurch würde die Eigenständigkeit, Dezentralität und Heterogenität etablierter Bildungsanbieter und Plattformen nicht angetastet. Allerdings müsste, wer auf dem gemeinsamen Portal sichtbar und „gehandelt“ werden wollte, bestimmte Voraussetzungen erfüllen:</p>
<ul>
<li>Einhaltung und Nutzung bestimmter Standards für den Datenaustausch (Metadaten, Schnittstellen, APIs etc.)</li>
<li>Erfüllung definierter Service-, Sicherheits- und Qualitätskriterien</li>
<li>Gewährleistung rechtlicher und geschäftlicher Standards und Einhaltung entsprechender Regeln und Prozesse</li>
<li>Bereitstellung erforderlicher Daten und Informationen für Präsentation, Marketing, eBusiness und KI.</li>
</ul>
<p>Die Bildungscloud könnte in Deutschland oder der EU gehostet sein. EdTech-Start-Ups könnten die Möglichkeit bekommen, neue Dienste in dieser der Cloud anzubieten und damit zu experimentieren. Außerdem sollte gerade in einem Land wie Deutschland, dessen Bildungssystem über weite Strecken staatlich geprägt und öffentlich finanziert ist, organisatorische und finanzielle Anreize geschaffen werden, damit nicht nur privatwirtschaftliche Bildungsanbieter, sondern vor allem auch öffentliche Bildungsinstitutionen die Möglichkeit bekommen, ihre Angebote auf der gemeinsamen Bildungscloud zu präsentieren und  zu vermarkten. So könnten z.B. länderspezifische Bildungspläne im Schulbereich oder auch Curricula für Ausbildungsberufe und staatlich geregelte Qualifizierungsbereiche in dieser Cloud als Ordnungsstruktur hinterlegt werden um dadurch beispielsweise Lehrenden den Zugriff auf entsprechende Angebote zu erleichtern.</p>
<p><strong>Bildungs-Infrastruktur für vernetzte Dezentralität</strong></p>
<p>Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass die Autoren dieses Beitrags im Jahr 2018 die Machbarkeit einer (inter-)nationalen Hochschulplattform im Auftrag des Bundes geprüft haben. Dabei wurde der Vorschlag einer bundesweiten Plattform für den Hochschulbereich erarbeitet, bei der die dezentralen Angebote der Hochschulen über ein gemeinsames Portal zugänglich gemacht werden. Die Inhalte und Lernprozesse sollen in dezentralen Lösungen der jeweiligen Institutionen bzw. im Verbund betriebenen Lösungen integriert sein, die interoperabel zueinander sind und im Portal integriert sind. Spezialisierte Lösungen z.B. für Prüfungen und Tutoring-Services können dann gemeinsam angeboten werden und dadurch Ressourcen effizient genutzt werden. Das Konzept wurde mit den Ländern und dem Bund sowie Vertretern von Hochschulen abgestimmt und in weiten Teilen positiv bewertet. Zudem wurden auf der Basis erste Projekte für themenorientierte Bildungsportale gestartet und derzeit entwickelt – so für Künstliche Intelligenz und eGovernment. Daran beteiligen sich in Summe inzwischen über 50 Hochschulen mit zertifizierungsfähigen Online-Kursen. Gleichzeitig bieten sie diese auch dezentral ihren Studierenden als Teil ihrer Studiengänge an. Die Länderzuständigkeit und Hochschulautonomie bleibt so bestehen, die Angebote können aber zugleich bundesweit/international zugänglich gemacht und miteinander vernetzt werden.</p>
<p>Abschließend möchten wir unterstreichen, dass die dringend benötigten Innovationen im Bereich der digitalen Bildung hierzulande primär vor Ort in den Bildungsinstutionen selbst stattfinden müssen: Dezentralität, Agilität und Entscheidungsfreiheit sind hierfür unerlässlich. Wenn die Entwicklung einer gemeinsamen Bildungsplattform am Ende die Nebenwirkung hätte, dass die vielfältigen Player im privaten und öffentlichen Bildungssystem durch technische oder regulative Vorgaben und zentrale Entscheidungsprozesse gebremst würden, so liefe das der Idee eines innovativen Bildungssystems strikt entgegen.</p>
<p>Die zu avisierende Bildungscloud muss daher nicht nur ihren Nutzern, sondern auch den Bildungsanbietern und Partnern eine möglichst niedrigschwellige Teilhabe und Mitwirkung – unter Wahrung ihrer geschäftlichen und technologischen – Autonomie ermöglichen. Es gilt also unbedingt zu verhindern, dass ein Plattform-Monster geschaffen wird, das den Spielraum der diversen Bildungs-Anbieter unnötig einengt. Stattdessen brauchen wir eine Service-Infrastruktur, die es allen Anbietern ermöglicht, von den Vorteilen einer modernen und reichweitenstarken Plattform zu profitieren.</p>
<p><em>Von: Dr. Ulrich Schmid (in Zusammenarbeit mit Dr. Volker Zimmermann)<br />
</em></p>
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		<title>Virtual Reality zum Lernen – für Menschen mit Handicap noch nicht ausgereift</title>
		<link>https://www.mmb-institut.de/berufliche-bildung/virtual-reality-zum-lernen-fuer-menschen-mit-handicap-noch-nicht-ausgereift/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[mmb Institut]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Jul 2020 06:29:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berufliche Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn man heute über Lernen mit Virtual Reality spricht, geht es nicht mehr um Pioniertaten und erste vorsichtige Gehversuche. Vielmehr sind in den letzten Jahren viele verschiedene Anwendungen für das Lernen in computergenerierten Umgebungen entstanden – die Angebote in der Aus- und Weiterbildung decken unterschiedlichste Berufe und Themen ab. Auch die Technik wurde deutlich weiterentwickelt [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn man heute über Lernen mit Virtual Reality spricht, geht es nicht mehr um Pioniertaten und erste vorsichtige Gehversuche. Vielmehr sind in den letzten Jahren viele verschiedene Anwendungen für das Lernen in computergenerierten Umgebungen entstanden – die Angebote in der Aus- und Weiterbildung decken unterschiedlichste Berufe und Themen ab. Auch die Technik wurde deutlich weiterentwickelt – viele Nutzer*innen können intuitiv eine VR-Brille und Controller bedienen ohne dass es einer längeren Einweisung bedarf.</p>
<p>Doch aus der Perspektive von Menschen mit einem körperlichen oder kognitiven Handicap zeigen VR-Systeme noch Unzulänglichkeiten, die das Lernen mit Virtual Reality erschweren. Dies zeigt eine Erprobung im Rahmen des BMBF-Förderprojekts „Inklusion in der Produktion (InProD2)“.</p>
<p><span id="more-15241"></span></p>
<p><strong>Auszubildende mit Behinderung erkunden Offset-Druckmaschine</strong></p>
<p>Das Projekt InProD2 verfolgt das Ziel, bereits bestehende Bildungslösungen zusammenzuführen, (teil-)automatisch sowie bedarfsorientiert aufzuarbeiten und anschließend Auszubildenden mit Behinderungen mittels einer intuitiv nutzbaren Oberfläche zugänglich zu machen. Konkret sind es in diesem Projekt angehende Fachpraktiker und Fachpraktikerinnen Buchbinderei, Medientechnologie Druckverarbeitung und Medientechnologie Druck, die im Potsdamer Oberlinhaus ihre Ausbildung absolvieren.</p>
<p>Im Herbst 2019 haben sie zum ersten Mal das Lernen mit einer VR-Brille ausprobiert. Mit dem System des Projekts SVL (Social Virtual Learning) konnten sie das Farbwerk einer Bogenoffset-Maschine u.a. von allen Seiten betrachten, es zerlegen und wieder zusammensetzen – Impressionen einer früheren Erprobung zeigt dieser <a href="https://www.social-augmented-learning.de/videos/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Film (Erprobung BKO Essen)</a>. Anschließend haben sie notiert, was ihnen gut bzw. weniger gut gefiel.</p>
<p>Sehr positiv wurde bewertet, dass die einzelnen Walzen des Farbwerks farbig markiert waren, dass man sie zerlegen und zusammensetzen konnte und dass hierfür an einer virtuellen Pinnwand ein Bauplan angebracht war.</p>
<p><strong>Schwierigkeiten mit der „Rollstuhlperspektive“</strong></p>
<p>Probleme gab es hingegen beim Tragen der VR-Brille. Zwar konnte man sie leicht und passgerecht aufsetzen, aber nach einiger Zeit fingen manche Azubis an zu schwitzen und das Gewicht der Brille machte ihnen zu schaffen.</p>
<p>Schwierig ist die Nutzung des VR-Systems, wenn man in der Mobilität eingeschränkt ist. Eine Auszubildende mit einer angeborenen Gelenksteife ist auf einen Rollstuhl angewiesen und kann die Arme weniger als 90 Grad heben. <em>„Die mangelnde Beweglichkeit in meinen Händen und Fingern machte es mir unmöglich, beide Cursor gleichzeitig zu bedienen, wie es vorgesehen war“</em>, schreibt sie in ihrem Bericht.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-12176 size-full" src="https://www.mmb-institut.de/wp-content/uploads/VR-aus-der-Rollstuhlperspektive.jpg" alt="" width="505" height="417" srcset="https://www.mmb-institut.de/wp-content/uploads/VR-aus-der-Rollstuhlperspektive.jpg 505w, https://www.mmb-institut.de/wp-content/uploads/VR-aus-der-Rollstuhlperspektive-480x396.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 505px, 100vw" /></p>
<p>Durch einen Rollstuhl hat man auch mit einer VR-Brille eine andere Perspektive. Für einige Aufgaben ist man „zu klein“. Immerhin bietet das SVL-System auch die Möglichkeit, sich in mehreren Metern Höhe zu bewegen. Dann muss man sich jedoch zu den Gegenständen herunterbeugen. Hier wäre eine stufenlose Höhenregulierung sinnvoller.</p>
<p><strong>Teleportieren statt laufen</strong></p>
<p>Schwierig ist es auch, wenn die VR-Brille – in unserem Fall eine HTC Vive – mit einem Kabel an den Rechner angeschlossen wird. Es kann leicht passieren, dass man mit dem Reifen über das Kabel fährt oder es sich im Rollstuhl verfängt. Praktisch ist es aber, dass man sich mit den Controllern „teleportieren“ kann, d.h. man kann eine Position im Raum anvisieren und sich auf Knopfdruck dorthin bewegen. Diese Funktion ist für Mobilitätsbeeinträchtigte eine Bereicherung: <em>„Ich habe mich lieber teleportiert anstatt selbst zu laufen.“</em></p>
<p>Einige Auszubildende hatten Schwierigkeiten, sich im Raum zu orientieren. Sie fanden das Podest nicht mehr, auf dem die Maschine stand, und wussten nicht, wo sie sich befanden. <em>„Mit einer Art Mini-Map wo ich mich befinde, bzw. ein früheres Erscheinen der blauen (Begrenzungs-)Linie hätte mir da etwas mehr Sicherheit gegeben, da ich vor allem nach einem Teleport die Relation zum echten Raum verlor“</em>, merkt ein Auszubildender aus dem ersten Lehrjahr an. Die ins VR-Bild eingeblendeten Begrenzungslinien, die Nutzer*Innen davor schützen, gegen eine reale Wand zu laufen, erscheinen für Rollstuhlfahrer oft zu spät und sie stießen bereits gegen ein Hindernis, als die Linien auftauchten.</p>
<p>Bei der Portionierung der Lerninhalte kamen die Erprobungskandidaten zu dem Schluss: Lieber mehrere Module und dafür weniger Stoff pro Modul. So lässt sich die kognitive und körperliche Belastung verringern.</p>
<p><strong>Fazit: Mehr auf Barrierefreiheit von VR-Systemen achten</strong></p>
<p>Virtual Reality zum Lernen bietet viele Möglichkeiten für Menschen mit Handicap, Lerninhalte zu erkunden, die sie sonst nicht erreichen können. Doch auch bei Systemen zur Erzeugung der Virtuellen Realität muss mehr auf die Barrierefreiheit geachtet werden. Die aktuellen Systeme berücksichtigen überwiegend die Perspektive von Menschen ohne körperliche oder kognitive Einschränkungen – an einem „VR für alle“ müssen die Hersteller noch arbeiten. Das Projekt InProD2 wird bis zum Projektende im Sommer 2021 weiter die Barrierefreiheit des SVL-Systems optimieren.</p>
<p><em>Von: Dr. Lutz Goertz</em></p>
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